Brave Browser „meckert“ – Seite unsicher, obwohl SSL-Zertifikat stimmt?

Logo des brave Browsers

Ich nutze seit einiger Zeit den Brave Browser, aber bei der Einrichtung des SSL-Zertifikats für meine Allsky-Kamera (zur Anleitung) war der Browser echt zickig. Während Chrome und Safari mein Let’s-Encrypt-Zertifikat sofort akzeptiert haben, zeigte Brave weiterhin „Broken HTTPS“ an – obwohl der Server korrekt konfiguriert war und openssl eine saubere TLS-Kette bestätigte. Und so löst man das Problem!

*** Anmerkung: Ein freundlicher Leser wies mich darauf hin, dass manchmal ein Neustart von Brave ausreicht. Das konnte ich allerdings nicht verifizieren. Aber vielleicht erstmal probieren, bevor man die folgenden Schritte durchführt! ***

Ich habe zunächst getestet, ob der SSL sauber eingerichtet war:

curl -I https://access.allsky-rodgau.de

Zusätzlich habe ich noch

Strict-Transport-Security: max-age=63072000; includeSubDomains; preload

eingerichtet:

sudo nano /etc/apache2/sites-available/indi-allsky.conf

und dann unter folgendes ergänzt:

Header always set Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubDomains; preload"

Nach etwas Analyse war also klar: Das Problem lag nicht beim Raspberry Pi, nicht bei Apache und auch nicht beim Zertifikat, sondern ausschließlich im Brave-Profil. Brave ist offenbar bei HTTPS deutlich strenger als andere Browser und speichert darüber hinaus verschiedene Sicherheitseinstellungen pro Domain, die selbst nach einem normalen Reload oder dem Löschen des Browser-Caches aktiv bleiben.

1. Domain-Einträge für die Seite in Brave löschen

Brave speichert pro Domain eigene Einstellungen (z. B. Mixed-Content-Regeln oder Sicherheitsbewertungen). Um diese zurückzusetzen:

Einfach folgende Adresse in der Adresszeile des Browsers eingeben:
brave://settings/content/all

Dort die eigene Domain suchen und sämtliche Einträge löschen. Dadurch entfernt Brave alle lokal gespeicherten Sicherheitsregeln. Ich habe einfach mal alles gelöscht – aber Achtung: Dadurch wird man von allen Webseiten abgemeldet und der Verlauf wird gelöscht. Mache ich eh öfter, also alles gut.

2. HSTS-Cache löschen

Brave führt einen separaten, persistenten HSTS-Cache. Dieser wird beim normalen Cache-Löschen nicht zurückgesetzt.

Den Cache kann man unter folgender Adresse aufrufen (einfach in der Adresszeile eingeben!):
brave://net-internals/#hsts

Unter „Delete domain security policies“ die eigene Domain eintragen und entfernen. Dadurch verschwinden veraltete oder fehlerhafte HSTS-Einträge, die Brave an einer korrekten HTTPS-Einstufung hindern.

3. DNS- und Socket-Cache zurücksetzen

Damit Brave alle TLS-Informationen vollständig neu lädt, sollten auch die Netzwerk-Caches zurückgesetzt werden.

DNS-Cache löschen:
brave://net-internals/#dns → „Clear host cache“

Socket-Pools leeren:
brave://net-internals/#sockets → „Flush socket pools“

Anschließend den Browser komplett schließen und neu starten.

Fertig!

Die TLS-Konfiguration auf dem Raspberry war korrekt – Brave hatte lediglich veraltete Sicherheitsinformationen gespeichert. Nach dem Zurücksetzen der Domain-bezogenen Einstellungen, des HSTS-Caches und der Netzwerk-Caches akzeptierte Brave das Zertifikat genauso wie Safari und Chrome.

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