Nachdem die Hardware-Komponenten für mein Allsky-Kamera-System langsam aber sicher alle eingetrudelt waren, stand als nächster Schritt die Einrichtung des Raspberry Pi 5 an. Da ich Raspberry Pi OS Lite als Betriebssystem verwende – eine schlankere Version ohne grafische Benutzeroberfläche – habe ich mich für die Einrichtung ohne Monitor und Tastatur entschieden, auch bekannt als Headless Setup. Hier ist, wie ich dabei vorgegangen bin.
1. Image per Imager überspielen
Zuerst musste ich das Raspberry Pi OS Lite auf die microSD-Karte übertragen. Hierfür habe ich den Raspberry Pi Imager (Link zum Tool) genutzt:
- Die microSD-Karte über einen Kartenleser mit meinem Macbook eingelesen
- Raspberry Pi OS Lite über den Imager ausgewählt
- Direkt im Imager Grundeinstellungen wie Benutzername, WLAN-Daten etc. eingegeben
- Das Image auf die microSD-Karte geschrieben
Der Imager wirft die SD-Karte nach Verifizierung des Images aus – daher muss diese nach dem Betriebssystem erneut eingelesen werden – das geht am einfachsten, indem man den Kartenleser kurz absteckt und wieder ansteckt.
2. Aktivieren von SSH
Da ich keinen Monitor oder eine Tastatur verwenden wollte, brauche ich die Möglichkeit, per SSH-Zugriff auf den Raspberry Pi und das Raspberry Pi OS zuzugreifen. Um ssh zu aktivieren, muss eine leere Datei mit dem Namen ssh (ohne Datei-Endung) im Bootverzeichnis der SD-Karte erstellt werden. Dies ermöglicht den Remote-Zugriff, sobald der Raspberry Pi gestartet ist mit den Zugangsdaten, die man bei der Konfiguration des Images hinterlegt hat.
3. WLAN-Verbindung einrichten
Da mein Raspberry Pi über WLAN mit meinem Netzwerk verbunden werden sollte, musste ich außerdem die WLAN-Konfiguration vornehmen. Hierfür habe ich eine Datei namens wpa_supplicant.conf im Bootverzeichnis erstellt und folgende Zeilen eingefügt:
1 2 3 4 5 6 7 8 | ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev country=DE update_config=1 network={ ssid="Mein WLAN-Name" psk="Mein WLAN-Passwort" } |
Diese Datei stellt sicher, dass der Raspberry Pi direkt nach dem Start eine WLAN-Verbindung herstellt. Ich habe mit dem folgenden Befehlt mein WLAN-Passwort verschlüsselt und das so generierte verschlüsselte Passwort in der Datei wpa_supplicant.conf abgelegt:
1 | wpa_passphrase MEIN-WLAN-NAME MEIN-WLAN-PASSWORT your-wifi-password |
4. Erster Start des Raspberry Pi
Nachdem ich die SD-Karte mit den nötigen Anpassungen vorbereitet hatte, habe ich sie in den Raspberry Pi 5 eingesetzt, das Netzteil angeschlossen und gewartet, bis über SSH eine Verbindung möglich war. Hierfür nutzt man den folgenden Befehl und wartet, bis die Passwort-Abfrage erscheint. Da ich den Hostnamen des Raspberry verändert habe, ist dieser unter allsky.local erreichbar. Meinen Benutzernamen verrate ich hier – aus Gründen – nicht. Der Standard-Benutzername „pi“ existiert auf meiner Maschine nicht.
1 | ssh BENUTZERNAME@allsky.local |
Sollten die Benutzer-Einstellungen, die man während der Image-Erstellung hinterlegt hat nicht greifen, muss eine Datei mit dem Namen userconf.txt im Root-Verzeichnis der SD-Karte angelegt werden. Diese beinhaltet BENUTZERNAME:PASSWORT (also erst den Benutzernamen, dann ein Doppelpunkt und dann das Passwort). Wichtig: Direkt nach dem ersten Start sudo raspi-config aufrufen und das Passwort ändern – es wird dann verschlüsselt abgelegt.
5. Weitere grundlegende Einstellungen vornehmen
Nach Aufruf von raspi-config erscheint eine grafische Oberfläche, auf der man diverse Basiseinstellungen vornehmen kann – darunter Sprache, Zeitzone etc.
6. Einmal Updates bitte!
Last but not least: Eine Runde Updates fahren, bevor es weitergeht. Das geht ganz einfach mit dem Befehl
1 | sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade -y |
…und danach: sudo reboot, einmal neustarten!
…oder sauber ausschalten mit: sudo shutdown -h 0