Allsky-Kamera: Mein Grund-Setup

Bild zeigt das 2,5mm Fischaugen ObjektivNachdem ich schon länger eine eigene Allsky-Kamera bauen wollte, habe ich mich nach monatelanger Recherche dazu durchgerungen, einfach mal loszulegen. Hier stelle ich euch die Komponenten vor, die ich verwende, und erkläre, warum ich mich für genau dieses Setup entschieden habe.

Hardware:

Bild zeigt einen Raspberry Pi 5 mit aktiver KühlungRaspberry Pi 5 mit 4GB Arbeitsspeicher, aktiver Kühlung und 256 GB microSD-Karte:

Das Herzstück meiner Kamera. Der Raspberry Pi 5 bietet genug Rechenleistung, um die Bilder kontinuierlich zu verarbeiten und in Echtzeit zu speichern. Gepaart mit der kompakten Bauweise und seinen vielfältigen Anschlussmöglichkeiten ist der Pi 5 für mich der ideale Raspberry für mein Projekt. Ich habe zusätzlich den offiziellen Kühlkörper mit Lüfter installiert, falls dem Raspberry Pi 5 doch mal zu warm werden sollte. Auf der microSD-Karte ist ausreichend Platz für das Betriebssystem (s.u.) und für die Allsky-Fotos und Videos.

DHT22 Sensor für Temperatur und relative Luftfeuchte (inkl. Breakout-Board):

Um die Umgebungsbedingungen zu überwachen, setze ich auf diesen Sensor. Er sammelt Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten und lässt sich dank Breakout-Board ganz einfach am Rapsberry Pi 5 anschließen. Zusätzlich wird der DHT22 „von Werk“ von der Software indi-allsky unterstützt, die ich in meiner Allsky-Kamera einsetze. (Details hier)

Raspberry Pi High Quality Camera mit M12-Mount:

Die Kamera sorgt für gestochen scharfe Bilder des Himmels bei 12MP und ist unfassbar günstig. Dank M12-Mount werden diverse Objektive unterstützt, die perfekt für den Einsatz in der Allsky-Fotografie geeignet sind. (Details hier)

ZWO ASI678MC Kamera:

Nachdem ich ursprünglich die Raspberry Pi High Quality Camera für mein Projekt einsetzen wollte, habe ich bei eBay in den USA eine gebrauchte ZWO ASI678MC äußerst günstig ersteigert und werde diese in Kombination mit einem 2.5mm Fischaugenobjektiv und Blende f1.6 nutzen. (Details hier)

Waveshare WS1603212 Objektiv (3.2mm, 160° FOV):

Dieses Weitwinkelobjektiv mit einem Sichtfeld von 160° ermöglicht es mir, einen großen Bereich des Himmels einzufangen. Ich überlege noch, ob ich es gegen ein anderes Objektiv tauschen werde, aber bisher liefert es hervorragende Ergebnisse.

All-Sky-Kamera-Gehäuse von Deep Sky Dad:

Das Gehäuse schützt die empfindliche Elektronik vor den Elementen und verfügt über einen integrierten Heizkreislauf, der verhindert, dass die Linse bei kalten Temperaturen beschlägt oder gar einfriert.

Notebook-Netzteil & 30m DC-Verlängerungskabel:

Diese Komponenten sorgen für die stabile Stromversorgung, da die Kamera im Garten an einem Zaunpfosten angebracht ist, der weit weg von der nächsten Steckdose angebracht ist.

Software:

Bild zeigt einen Screenshot des Installationsscripts von indi-allskyRaspberry Pi OS Lite, ohne Desktop (Bookworm, 64-bit):

Als Betriebssystem nutze ich das stabile und ressourcenschonende Raspberry Pi OS. Es bietet alle benötigten Tools und lässt sich einfach anpassen. Die Ersteinrichtung erkläre ich hier – Wie man Basis-Sicherheitsfunktionen aktiviert findest du hierund so gehen automatische Updates!

indi-allsky von Aaron W. Morris:

Diese Open-Source-Software steuert die Kamera und automatisiert den Aufnahmeprozess. Sie unterstützt eine Vielzahl von Kameras und Sensoren und hat alle relevanten Funktionen an Bord, wie z.B. FTP-Upload, Zeitraffer-, Keogramm-, und Startrail-Generierung etc.

Webseite:

WordPress mit angepasstem Kawi-Theme:

Zur Präsentation der Bilder nutze ich WordPress mit einem eigens angepassten Kawi-Theme. Mit der WordPress-Infrastruktur kenne ich mich aus diversen Projekten mittlerweile recht gut aus, zusätzlich gibt es unheimlich viele Plugins, die den Funktionsumfang fast unbegrenzt erweitern.

Integrierte FTP-Upload-Funktion von indi-allsky:

Diese Funktion ermöglicht es mir, die Bilder direkt von der Kamera auf meinen Webserver zu laden und öffentlich verfügbar zu machen.

Eigene Scripte und Plugins:

Ich nutze diverse selbstentwickelte Scripte und Plugins, u.a. für die Komprimierung der Allsky-Bilder und Thumbnail-Generierung, das automatisierte „Ausmisten“ des FTP-Servers sowie für die Ausspielung von Fotos und Videos der Allsky-Kamera innerhalb des WordPress-Systems.